“Und es war Vollmond”

Sicherlich ein Fastenthema. Maria Valtorta sieht, hoert und schreibt fuer uns. Es ist die Nacht der Gefangennahme, der 24 april des Jahres 34 nach dem gregorianischen Kalender, und Jesus ist gerade aus dem Abenmahlssaal gekommen, wo er die Apostel und die Menschheit mit den drei greossten Gaben erfuellte, die er tun konnte: das Gebot der Liebe, das Amtspriestertum und die Eucharestie. Jetzt sind sie ausgegangen und, trotz des Vollmondes, umhuellt sie die Nacht  und bald wird die spirituelle Dunkelheit vollstaendig sein. Der Ring ist fertig, die Zuschauer kommen, die Kaempfer gehen an ihre Stelle. Der Kampf ist total. Tod und Leben stehen sich in finalem Duell gegenueber. Es wird in einem Ozean Blut enden und einer der beiden wird nie mehr wieder aufstehen koennen.  Das Leben wird triumphieren, aber es wird auf ihre Weise triumphieren. Und es wird, weder was Satan noch die Menschen, sich vorstellen. Waehrenddessen auf dem Weg nach Gethsemane gehen eine Menge Ideen, Projekte und Niederlagen durch die Stimmen, Herzen und Koepfe der Elf. An einem bestimmten Punkt antwortet Jesus dem heiligen Johaness auf einer schockierende, aber wahre Weise: «“Warum mein Herr? Es sind Worte der Liebe”. “Von aller menschilen Liebe. In Wahrheit habe ich in diesen drei Jahren nichts getan, weil iht noch menschlicher seid als in der ersten Stunde. All die schlammigsten Fermente gehen diese Abend in euch auf. Aber es ist nicht eure Schuld”» (Ev10/602 p. 15). Auch diese ganz menschliche Niederlage muss der Herr kosten. Die Reden gehen weiter, bis Jesus fragt: «“Und was sagt Mannaen?”. “Mannaen sagt, dass das nicht wahr sein kann und dass er dir, wenn es so wäre, auch in die Folter folgen wird”. Zu diesem Zeitpunkt hat Jesus eine passende Anwort  für alle Menschen von gestern, heute und morgen: “Wie ihr alle euch selbst vertraut! … Wie groß ist der Stolz in den Menschen!” (Ev10/602 S. 19). Das ist die Wurzel des Problems und aller Hindernisse, die uns vom ewigen Leben trennen: Stolz. Stolz gestern, heute und morgen. Hier ist das wahre und einzige Übel. Wer das sagt, ist die verkörperte Demut, und aus diesem Grund kann er es sagen, ohne befürchten widerlegt zu werden. Der Demütige sieht immer den Stolz, auch wenn er nichts tun kann, ausser schweigen und sich – “in deine Hände, Vater, vertraue ich meinen Geist” – dem Willen Gottes überlassen. Stolz ist für die Demütigen immer sichtbar, selbst wenn er alles tut, um sich zu verstecken. In diesem Fall lautet der Lackmustest: “Wie ihr alle euch selbst vertraut”. Der stolze Mann vertraut immer und nur auf sich selbst. Er will von niemandem Hilfe, weder von seinem Nächsten noch von Gott selbst. Er glaubt, dass seine Kraft, seine Energie, seine Intelligenz und Schlauheit, die er besitzt, imstande sind, ihn zu retten, ihn zu befreien. Aber es ist nicht so. Der Stolze glaubt nur an sich selbst, an die individualistische Version, oder an Ideologie / Partei / Nation, an die kollektive Version. In dem einen Fall oder anderen akzeptiert er weder den Schöpfergott, noch den Erlösergott, noch den heiligenden Gott.

Mit diesen Worten verachtet Jesus niemanden, sondern zeigt auf grobe Weise die Wahrheit. Mehr Stolz, weniger Demut, weniger Stolz, mehr Demut. Entweder überlässt sich der Mensch ganz an Gott und seinem Christus, oder er wird niemals demütig sein.

Die drei Werkzeuge, die uns die Fastenzeit zur Verfügung stellt, dienen dazu, jedem Mensch den Weg zur Gabe der Demut zu ebnen. Beten, Fasten, Almosengeben: Dieses Trinom muss als Instrument gesehen werden, damit die Demut in uns zu leben beginnt, sich entwickelt, sich perfektioniert, in den Augen Gottes vollkommen wird. “In der Vollmondnacht fehlte es den Aposteln an Demut und sie konnten es nicht einmal verstehen. Können wir – du und ich – verstehen? Lasst uns unseren Verstand, unser Herz und unsere Knie beugen, damit der Herr uns Verständnis, Bitten und Handeln gibt.